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Stark ohne Gewalt: Warum Boxsport mehr sein kann als ein Kampf im Ring

Kampfsport beginnt mit einer klaren Botschaft

Kampfsport hat, richtig verstanden, eine einfache und unmissverständliche Botschaft: niemals Straßenkampf.Wer Boxen, Karate, Judo oder eine andere Kampfsportart ernsthaft betreibt, lernt nicht, Gewalt im Alltag einzusetzen. Er lernt das Gegenteil. Er lernt Kontrolle. Er lernt Respekt. Er lernt, dass körperliche Stärke ohne Selbstbeherrschung gefährlich ist – und dass ein guter Sportler seine Hände nicht dort benutzt, wo Regeln, Gespräch und Anstand gefragt sind. Kurz: Selbstkontrolle. Der Ring ist deshalb kein Ort, an dem Gewalt gefeiert wird. Er ist ein Ort, an dem Gewalt gezähmt wird. Zwei Menschen stehen sich gegenüber. Beide könnten verletzen. Beide müssen sich beherrschen. Das ist die stille Schule des Kampfsports. Und vielleicht ist genau das der Punkt, den diese Gesellschaft wieder stärker braucht: Menschen, die lernen, stark zu sein, ohne brutal zu werden.

Ein Junge in Berlin lernt, was Respekt bedeutet

Einer, der diese Haltung früh gelernt hat, ist Izzet Mafratoglu. Schon als Junge im Berlin der sechziger Jahre erlebte er, dass Zusammenleben nicht mit großen Worten beginnt, sondern mit einfachen Gesten: hilfsbereit sein, ältere Menschen achten, zupacken, wenn Hilfe gebraucht wird. Damals, so erinnert er sich, habe er Holzbalken gesägt und sie anschließend in die oberen Etagen getragen.

„Manchmal haben wir dafür eine süße Kleinigkeit bekommen“, erinnert sich Izzet Mafratoglu.

Das klingt nach einer kleinen Kindheitserinnerung. Tatsächlich erzählt sie viel über den Mann, der später aus einem Boxclub eine soziale Institution machen sollte. Mafratoglu wurde geprägt von einer einfachen Erfahrung: Wer stark genug ist zu helfen, trägt Verantwortung. Und wer Respekt erwartet, muss ihn selbst zeigen. Diese Haltung gibt er heute weiter – als Trainer, als Vereinsgründer, als Mentor und als eine Art Botschafter der kämpferischen Diplomatie.

Kämpferische Diplomatie: harte Regeln, menschlicher Umgang

Der Begriff klingt zunächst widersprüchlich. Kämpferisch und diplomatisch – wie soll das zusammenpassen? Bei Izzet Mafratoglu passt es genau. Seine Diplomatie besteht nicht aus weichgespülter Freundlichkeit. Sie besteht aus klaren Regeln, direkter Ansprache und Respekt vor dem Gegenüber. Wer zu ihm kommt, wird nicht nach Herkunft, Titel oder Status sortiert. Im Training zählt nicht, wer draußen wichtig ist.


Im Training zählt, wer zuhört, mitmacht und sich anständig verhält. Das ist eine Diplomatie der Praxis. Nicht die harte Faust entscheidet, sondern der Umgang mit Menschen.


Mafratoglu weiß: Starke Persönlichkeiten brauchen eine innere Kraft der Selbstbeherrschung. Wer sich selbst nicht führen kann, wird andere kaum respektieren. Wer im Training lernt, Grenzen zu akzeptieren, muss auf der Straße keine Grenzen überschreiten.

Eigentlich, könnte man sagen, gestaltet er damit auch Politik mit – nur eben nicht als Parteipolitiker. Er verändert Haltungen. Er prägt junge Menschen. Er schafft Begegnungen, wo sonst Misstrauen herrscht. Er zeigt, wie Respekt im Alltag funktioniert.

Politik machen? Nein, das sollen andere machen, die Gewählten. Aber politische Gruppierungen, Vertreter aus Botschaften oder dem Bundestag begrüßt der Bundesverdienstkreuzträger Mafratoglu immer wieder gern in seinem Training. Dann stehen sie nicht als Funktionsträger im Raum, sondern als Sportler. Auf Du und Du. Mit Handschuhen, Schweiß und Respekt. Im Isigym sind sie alle gleich.

Der Isigym Boxsport Berlin e.V.: ein Club als Lebensschule

In Berlin zeigt der Isigym Boxsport Berlin e.V. seit Jahren, wie Boxen weit über den Wettkampf hinaus wirken kann. Der Verein steht für Nachwuchsförderung, Disziplin, Integration und persönliche Entwicklung. Natürlich richtet sich ein besonderer Blick auf Kinder und Jugendliche. Denn dort, wo junge Menschen früh lernen, mit Kraft, Angst, Wut und Unsicherheit umzugehen, entsteht Prävention. Jugendliche kommen nicht nur zum Training. Sie kommen an einen Ort, an dem Verbindlichkeit zählt: Pünktlichkeit, Respekt, Haltung.

Wer hier trainiert, lernt nicht nur Technik. Er lernt Verantwortung.

Aber Isigym ist nicht nur ein Ort für den Nachwuchs. Hier trainieren Menschen aller Altersklassen. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Leistungssportler, Berufstätige – und auch Menschen über 60, die einfach Freude an Bewegung, Gemeinschaft und einem klar strukturierten Training haben. Der Club ist damit nicht nur Kaderschmiede und Jugendprojekt, sondern auch ein Ort für Gesundheit, Fitness, Begegnung und Lebensfreude. Gerade das macht seine besondere Atmosphäre aus: Wer hier trainiert, kommt nicht nur wegen des Sports. Er kommt wegen der Haltung, die diesen Ort prägt.

Geprägt wurde dieser Weg von Izzet Mafratoglu. Er hat aus einem Boxclub eine soziale Institution gemacht. Einen Ort, an dem junge Menschen Orientierung finden, aber auch Erwachsene erleben, dass Respekt keine Altersfrage ist. Dafür wurde er ausgezeichnet, gewürdigt und international wahrgenommen. Der Film „The Sum of Many“, ein Porträt über Mafratoglu und Isigym, wurde im Cannes-Short-Film-Kontext ausgezeichnet. Das ist mehr als eine schöne Randnotiz. Es zeigt: Diese Geschichte reicht über Berlin hinaus.

Mafratoglu hat Kinder und Jugendliche von der Straße geholt, „über 800“ erzählt er stolz von“seinen Kindern“, ihnen Beistand geleistet, ihnen Halt gegeben. Nicht mit weichen Phrasen, sondern mit einer Haltung, die man im ersten Moment streng finden kann – bis man begreift, dass genau diese Strenge oft der Anfang von Fürsorge ist.

Rocky ohne Kitsch: Disziplin, Wille, Wiederholung

Man könnte, ohne in Filmkitsch zu verfallen, an „Rocky“ denken. Nicht an die berühmte Treppe. Nicht an Pathos und Fanfaren. Sondern an den eigentlichen Kern dieser Geschichte: Disziplin. Eiserner Wille. Wieder aufstehen. Ein Trainer, der mehr sieht als den nächsten Schlag. Ein Sportler, der lernen muss, dass Kraft ohne Haltung nur Lärm ist. Man könnte, ohne in Filmkitsch zu verfallen, an „Rocky“ denken.


Nicht an die berühmte Treppe. Nicht an Pathos und Fanfaren. Sondern an den eigentlichen Kern dieser Geschichte: Disziplin. Eiserner Wille. Wieder aufstehen. Ein Trainer, der mehr sieht als den nächsten Schlag. Ein Sportler, der lernen muss, dass Kraft ohne Haltung nur Lärm ist.


Auch im Isigym geht es nicht um die Romantik des Kampfes. Es geht um die Arbeit davor. Um Wiederholung. Um Schweiß. Um Niederlagen. Um das Aushalten von Kritik. Um den Moment, in dem ein Jugendlicher begreift, dass Selbstbewusstsein nicht bedeutet, andere einzuschüchtern, sondern sich selbst im Griff zu haben.

Die 10 Gebote hängen nicht an der Wand. Sie gelten.

Im Isigym hängen die „10 Gebote für den Box-Sportler“ nicht als Dekoration an der Wand. Sie sind keine fromme Vereinslyrik, sondern Betriebsordnung. Wer regelmäßig und pünktlich zum Training erscheinen soll, wer Respekt, Ehrlichkeit und Anstand lernen soll, der muss begreifen: Gemeinschaft ist kein Wunschkonzert. Sie braucht Regeln. Und wer diese Regeln bricht, muss mit Konsequenzen rechnen – vom Trainingsverbot bis zum Ausschluss. Das ist Izzet Mafratoglu wichtig. Nicht als autoritäre Pose, sondern als Schutz seiner Gemeinschaft. Wer Respekt nicht kann oder nicht will, wer Ehrlichkeit verweigert, wer Anstand für Schwäche hält, hat in dieser Gemeinschaft keinen Platz. Ein Boxclub, der Halt geben will, darf nicht wackeln.

Härte, die nicht verletzt, sondern schützt

Das unterscheidet diesen Ort von vielen gut gemeinten Projekten. Hier wird nicht nur über Werte gesprochen. Hier werden sie eingefordert. Wer zu spät kommt, spürt es. Wer sich nicht benimmt, bleibt nicht folgenlos. Wer seine Hände außerhalb des Rings falsch einsetzt, hat den Sinn des Sports nicht verstanden. Das klingt hart. Ist aber im Kern fürsorglich. Denn Jugendliche, die auf der Straße gelernt haben, dass Lautstärke Macht bedeutet, brauchen manchmal gerade keine weiteren warmen Worte. Sie brauchen jemanden, der ihnen sagt: So nicht. Noch einmal. Besser. Kontrollierter. Respektvoller.

Grenzenloser Respekt und nicht in Grenzen denken

Zu Izzet Mafratoglu gehört noch eine andere Qualität: Er denkt nicht in Grenzen. Nicht in nationalen, nicht in kulturellen, nicht in sozialen. In seinem Club begegnen sich Menschen, die draußen oft sauber getrennt werden: Jugendliche aus dem Kiez, Leistungssportler, Trainer, Akademiker, internationale Gäste, Boxer aus anderen Ländern, ältere Freizeitsportler und junge Talente.

Ob Iran, Mongolei, Russland, Ukraine, Aserbaidschan oder Georgien – die Welt kommt zu ihm, und er geht in die Welt. Mafratoglu bewegt sich dabei nicht wie ein Funktionär, sondern wie ein Botschafter besonderer Art. Seine Diplomatie besteht nicht aus steifen Empfängen, Protokollen und Handschlägen vor Flaggen. Seine Diplomatie beginnt dort, wo Menschen miteinander trainieren, schwitzen, zuhören und Regeln akzeptieren.

Die „harten“ Fäuste sind dabei nicht das Entscheidende. Entscheidend ist der Umgang mit Menschen. Im Isigym gelten klare Regeln. Respekt, Ehrlichkeit, Anstand, Pünktlichkeit, Disziplin – wer dazugehören will, muss diese Regeln anerkennen. Und gerade weil diese Regeln für alle gelten, kommen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern, Generationen und Milieus miteinander aus.

Das ist vielleicht Mafratoglus größte Leistung: Er schafft einen Raum, in dem Herkunft nicht verschwindet, aber auch nicht trennt. Jeder darf mit seiner Geschichte kommen. Aber im Training zählt, wie man sich verhält.Wer Respekt zeigt, gehört dazu. Wer ihn verweigert, nicht.So entsteht eine Form von internationaler Verständigung, die glaubwürdiger wirkt als manche Konferenzrede. Nicht, weil sie große Worte macht, sondern weil sie im Alltag funktioniert.

Ein gemeinsames Training kann manchmal mehr erklären als ein diplomatisches Papier: Wer sich an Regeln hält, wer den anderen achtet, wer seine Kraft kontrolliert, der kann mit fast jedem auskommen.Mafratoglu ist deshalb mehr als ein Trainer. Er ist ein Übersetzer zwischen Welten. Zwischen Straße und Sport. Zwischen Kiez und internationalem Ring. Zwischen jungen Menschen, die Orientierung suchen, und Erwachsenen, die Verantwortung übernehmen. Zwischen Kulturen, die sich draußen misstrauisch betrachten – und im Gym lernen, dass Respekt eine Sprache ist, die überall verstanden wird.

ISYGYM versteht sich International

Vom 21. bis 25. Oktober Oktober bekommt diese Haltung eine große Bühne mitten in Berlin: Bei einem internationalen Boxevent treffen sich sieben Tage lang Sportlerinnen, Sportler, Trainer und Gäste aus verschiedenen Ländern – ein Turnier, aber auch ein praktisches Beispiel dafür, wie Sport Verständigung schafft, wo Politik oft an Grenzen stößt.

Murat Yildirim: Meister, Nationalmannschaftstrainer, Vorbild

Eine besondere Rolle spielt dabei Murat Yildirim. Er kennt diesen Weg aus eigener Erfahrung. Als Junge kam er zum Boxen, durch seinen Mentor  Izzet Mafratoglu , wurde erfolgreicher Athlet, trat international an und gibt heute als Trainer weiter, was ihn selbst geprägt hat. Murat Yildirim ist nicht irgendwer. Er ist mehrfacher deutscher Meister, war über viele Jahre Teil der deutschen Nationalmannschaft und stand bei großen internationalen Wettbewerben im Ring.

Zu seinen sportlichen Stationen gehören deutsche Meistertitel im Nachwuchsbereich, der Sieg beim renommierten Chemiepokal, internationale Turniere, Weltmeisterschaften und Europaspiele. Er steht damit für einen Weg, der im Berliner Training begann und bis auf die internationale Bühne führte. Heute arbeitet Murat Yildirim als Trainer im Umfeld der Nationalmannschaft und des Berliner Bundesstützpunktes. Er weiß, was Talent bedeutet. Aber er weiß auch, dass Talent ohne Disziplin wenig wert ist. Genau deshalb ist seine Stimme für junge Boxerinnen und Boxer so wichtig: Er spricht nicht aus der Theorie, sondern aus Erfahrung.

Auch privat ist Boxen Teil seines Lebens. Seine Frau und Partnerin Ekaterini Stamatoglou ist selbst erfolgreiche Boxerin und frühere Meisterin.

Damit steht Murat nicht allein für eine sportliche Biografie, sondern für ein Umfeld, in dem Boxsport, Disziplin und Leistung täglich gelebt werden. Seine Arbeit steht für eine neue Generation im Boxsport: leistungsorientiert, aber nicht rücksichtslos; klar in der Ansprache, aber nicht autoritär; nah an Jugendlichen, ohne ihnen nach dem Mund zu reden. Murat Yildirim ist damit mehr als ein ehemaliger Sportler. Er ist eine Brückenfigur. Einer, der weiß, wie es ist, jung zu sein, Talent zu haben, Druck zu spüren und dennoch den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Er zeigt, was aus konsequenter Arbeit entstehen kann: aus Training wird Haltung, aus Haltung wird Verantwortung, aus Verantwortung wird Weitergabe.

Ein Club, in dem Milieus und Generationen aufeinandertreffen

Dass im Isigym nach Darstellung aus dem Umfeld des Vereins auch ein anerkannter Atomwissenschaftler von der Strasse gekommen hier bis heute trainiert, ist mehr als eine charmante Anekdote. Es zeigt, dass dieser Ort soziale Milieus verbindet, die sonst selten selbstverständlich zusammenkommen: Straßenkinder und Akademiker, Leistungssportler und Anfänger, Jugendliche mit Brüchen und Erwachsene mit Weltlaufbahn, junge Talente und Menschen über 60, die einfach Spaß am Training haben. Im Ring zählt nicht der Titel. Im Ring zählt Haltung.

Das ist eine stille, aber starke Form von Gleichheit. Der Professor schwitzt wie der Schüler. Der Anfänger muss zuhören wie der Champion. Der ältere Freizeitsportler trainiert neben dem jungen Wettkämpfer. Der Trainer bewertet nicht Herkunft, Status oder Lebenslauf. Er bewertet Verhalten.

Boxsport als Antwort auf Mobbing und Schulgewalt

Genau daraus entstand die viel größere Idee: ein mediales und gesellschaftliches Projekt, das Boxsport als Schule für Selbstbewusstsein, Respekt und Gewaltprävention sichtbar macht. Denn die Fragen, um die es geht, reichen weit über den Sport hinaus: Was macht Jugendliche stark? Wie entsteht Respekt? Warum werden Kinder und Jugendliche zu Opfern von Mobbing – oder selbst zu Tätern? Was können Schulen, Eltern, Vereine und Trainer gemeinsam tun, damit Gewalt nicht zum Mittel der Anerkennung wird?

Die Antwort liegt nicht in Parolen. Sie liegt in Praxis. Boxsport kann Mobbing nicht allein lösen. Er ersetzt keine Schule, keine Familie, keine Sozialarbeit. Aber er kann etwas leisten, das vielen Jugendlichen fehlt: Er gibt ihnen ein Gefühl für den eigenen Körper, für Grenzen, für Regeln und für Würde. Wer lernt, sich selbst zu kontrollieren, muss andere nicht erniedrigen. Wer Selbstbewusstsein entwickelt, muss Stärke nicht mit Einschüchterung verwechseln.

Stark werden, ohne hart zu werden

Das ist der Kern dieses Projekts: junge Menschen stark machen, ohne sie hart werden zu lassen. Gerade in einer Zeit, in der Unsicherheit, soziale Spaltung und aggressive Vereinfachungen zunehmen, braucht es Orte, an denen Zusammenhalt nicht gepredigt, sondern trainiert wird. Eine Boxhalle kann ein solcher Ort sein. Dort zählt nicht, woher jemand kommt. Dort zählt, ob er zuhört, trainiert, Regeln akzeptiert und den anderen respektiert. Das ist keine politische Parole. Es ist eine gesellschaftliche Haltung.

Ein Medienprojekt für Respekt und Verantwortung

Neben Talkrunden, Porträts und Trainingsformaten soll ein eigenes Programm entstehen, das nach und nach produziert und veröffentlicht wird. Im Mittelpunkt stehen Menschen und Geschichten: Trainer, Jugendliche, Eltern, Sportler, Lehrer, Sozialarbeiter, Unterstützer. Es geht um Gespräche, Trainingssituationen, Konflikte, Biografien und die Frage, wie aus Unsicherheit Selbstbewusstsein werden kann.

Ein solches Format könnte bundesweit Vereine, Schulen, Kommunen, Eltern, Trainer, Stiftungen und Förderer miteinander ins Gespräch bringen. Nicht als Kampagne gegen irgendwen. Sondern als Projekt für etwas: für Respekt, Selbstbewusstsein, Gewaltfreiheit und faire Chancen.

Der Ring als kleines Modell von Zivilisation

Der Ring ist dabei ein starkes Bild. Zwei Menschen stehen sich gegenüber. Beide könnten verletzen. Beide müssen sich beherrschen. Genau das ist Zivilisation im Kleinen. Vielleicht beginnt gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht immer in Parlamenten, Konferenzen oder großen Programmen. Manchmal beginnt er dort, wo ein Trainer einem Jugendlichen sagt:Handschuhe an. Haltung zeigen. Regeln beachten. Und dann: noch einmal von vorn. Denn dieser Sport produziert nicht nur Kämpfer. Er kann Menschen formen, die wissen, wann sie nicht kämpfen müssen.

Ein Beitrag von Michael Huppertz