Sie war zwölf Jahre lang ungeschlagene Weltmeisterin, machte Frauenboxen in Deutschland einem Millionenpublikum bekannt und schickte Stefan Raab gleich dreimal als Verlierer aus dem Ring. Jetzt wirbt Regina Halmich für ein Berliner Boxereignis, bei dem nicht die großen Namen von heute, sondern möglicherweise die Champions von morgen im Mittelpunkt stehen: den Berlin Cup International 2026.
Wenn Regina Halmich über Boxen spricht, dann spricht eine Frau, die diesen Sport in Deutschland entscheidend mitgeprägt hat. Von 1995 bis zu ihrem Karriereende 2007 war sie ungeschlagene Weltmeisterin der WIBF. 56 Profikämpfe stehen in ihrer Bilanz, 54 davon gewann sie. Sie wurde in die International Boxing Hall of Fame und 2022 auch in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Vor allem aber gehörte Halmich zu den Sportlerinnen, die Frauenboxen aus einer medialen Nische herausgeholt haben. Vielen Fernsehzuschauern ist sie zudem durch drei ungewöhnliche Kämpfe in Erinnerung geblieben.
Drei Kämpfe gegen Stefan Raab – drei Siege
2001 stellte sich Entertainer Stefan Raab erstmals der damals amtierenden Weltmeisterin. Es wurde ein Fernsehduell, das Sport und Unterhaltung auf eine Weise verband, die es bis dahin kaum gegeben hatte. 2007 folgte die Revanche. Und 2024, 17 Jahre später, standen sich beide tatsächlich noch einmal im Ring gegenüber. Auch beim dritten Duell musste Raab anerkennen, dass zwischen Fernsehsport und einer professionell ausgebildeten Boxerin ein erheblicher Unterschied liegt. Halmich gewann nach sechs Runden einstimmig nach Punkten – 60:53, 59:54 und 59:54.
Damit steht es endgültig:
Regina Halmich gegen Stefan Raab: 3:0.
Doch hinter diesen publikumswirksamen Kämpfen steht eine wesentlich längere Sportkarriere. Halmich wurde bereits Anfang der 1990er-Jahre Deutsche Meisterin und Europameisterin im Amateurboxen, ehe ihre Profikarriere begann.
Im folgenden Video stellt Regina Halmich den Berlin Cup International 2026 vor.
Von der Weltmeisterin zu den möglichen Champions von morgen
Genau an dieser Stelle wird die Verbindung zum Berlin Cup International 2026 interessant.
Denn beim Berliner Turnier geht es nicht um ehemalige Weltmeister oder große Fernsehshows. Es geht um den Nachwuchs.
Vom 21. bis 25. Oktober 2026 sollen in der Sporthalle Schöneberg am Sachsendamm 12 junge Boxerinnen und Boxer der Altersklassen U17 und U19 aufeinandertreffen. Eingeladen sind Vereine, Verbandsauswahlen und Nationalmannschaften aus Deutschland und anderen Ländern.
Fünf Tage lang soll damit Berlin zur Bühne für internationale Nachwuchsboxer werden.
Veranstalter des Berlin Cup International ist Isigym Boxsport Berlin e. V. Die Wurzeln des Vereins reichen in das Jahr 2005 zurück: Damals entstand gemeinsam mit Schöneberger Eltern und der Gewobag die Initiative „Wir aktiv. Boxsport & mehr“. 2007 wurde daraus der Verein Isigym Boxsport Berlin e. V.; zugleich eröffnete das Trainingszentrum an der Potsdamer Straße.

Das Trainingszentrum auf 2 Etagen an der Potsdamer Str.
Bis heute verbindet Isigym leistungsorientierten Boxsport mit intensiver Kinder- und Jugendarbeit im Schöneberger Kiez. Der Verein ist seit Jahren ein wichtiger Standort der Berliner Nachwuchsförderung und bezeichnet seinen Nachwuchsbereich seit 2013 als olympischen Nachwuchsstützpunkt.
Vereinsvorsitzender und Cheftrainer ist der frühere Boxer und zweimalige Deutsche Meister Izzet Mafratoglu. Er besitzt eine DOSB-Trainer-B-Lizenz im Leistungssport und engagiert sich seit Jahrzehnten besonders für Kinder und Jugendliche. Für dieses gesellschaftliche Engagement wurde ihm 2023 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Interessant ist dabei auch die Verbindung zu Regina Halmich selbst: Für ihren dritten Kampf gegen Stefan Raab bereitete sie sich unter anderem im Isigym in der Berliner Potsdamer Straße vor.
Berlin soll ein festes internationales Nachwuchsturnier bekommen
Der Anspruch der Veranstalter geht über ein einzelnes Turnier hinaus.
Der Berlin Cup soll langfristig als jährlich stattfindendes internationales Nachwuchsturnier etabliert werden. Berlin besitzt zwar eine große Boxtradition, ein dauerhaftes internationales Jugendturnier dieser Art fehlt bislang. Diese Lücke möchte Isigym schließen.
Dabei steht ausdrücklich das olympische Amateurboxen im Mittelpunkt. Gewertet werden Technik, Übersicht und Disziplin. Die Kämpfe finden nach Amateurregeln und unter ärztlicher Aufsicht statt.
Gerade für junge Boxerinnen und Boxer können internationale Turniere eine wichtige Station ihrer Entwicklung sein. Sie treffen auf andere Boxstile, andere Schulen und Gegner, denen sie im normalen Ligabetrieb kaum begegnen würden.
Der Berlin Cup wird damit nicht nur sportlicher Wettbewerb, sondern auch Begegnungsort.
Wenn die großen Namen einmal klein angefangen haben
Vielleicht liegt genau darin der Reiz einer solchen Veranstaltung.
Wer Regina Halmich heute sieht, sieht eine ehemalige Weltmeisterin, eine Sportlerin mit internationaler Hall-of-Fame-Karriere und eine Frau, deren Kämpfe Millionen Menschen vor die Fernseher brachten.
Doch auch eine Weltmeisterin beginnt irgendwann in einer kleinen Halle, in einem Verein, mit einem Trainer und mit dem ersten Wettkampf.
Beim Berlin Cup stehen deshalb nicht die Geschichten am Ende einer Karriere im Mittelpunkt.
Hier können Geschichten beginnen.
Berlin Cup International 2026
21.–25. Oktober 2026
Sporthalle Schöneberg
Sachsendamm 12
10829 Berlin
Veranstalter: Isigym Boxsport Berlin e.V.
Redaktion, Interview, Schnitt Michael Huppertz
Video Regina Halmich von Gerhard Schiffler, Mitorganisator
– Anzeige –

Seit 1992 – aus der Sportmedizin weiterentwickelt.
Biomechanische Stimulation. Biophotonenlicht. BioEnergyfeld.
In einer geschützten Systemkombination.









