Header Ad

Categories

  • Keine Kategorien

Deutsch-mongolische Jahrestagung mit bergbaulichem Bezug

Die Jahrestagung der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft fand in diesem Jahr in Essen statt. Zwei Tage lang ging es um mehr als formale Vereinsarbeit. Es ging um Kontinuität und Übergang, um politische und kulturelle Einordnung – und um bilaterale Beziehungen.

Der Auftakt im Essener Rathaus, hoch über der Stadt, setzte den Ton: offen, konzentriert, ohne große Inszenierung. In der Mitgliederversammlung verabschiedete sich die Gesellschaft von zwei langjährigen Vorstandsmitgliedern – ein stiller Moment des Dankes, der zugleich den Blick nach vorn freigab. Inhaltlich spannte die Tagung einen breiten Bogen: von der Verfassungsgeschichte der Mongolei über kulturelle Grundlagen bis hin zu Perspektiven der medizinischen Zusammenarbeit.

Eine verbindende Linie zwischen der Stadt Essen und der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft zog sich dabei durch viele Gespräche: der Bergbau. Das Ruhrgebiet ist ohne ihn nicht zu denken – auch wenn der Untertagebau hier längst Geschichte ist. In der Mongolei dagegen bleibt der Bergbau ein zentraler Wirtschaftszweig, überwiegend im Tagebau betrieben, prägend für Infrastruktur, Beschäftigung und Staatseinnahmen. Was in Essen als Industriegeschichte sichtbar wird, ist in der Mongolei Gegenwart. Gerade dieser Unterschied schärft den Blick für gegenseitige Erfahrungen – und für Verantwortung.

Aufmerksamkeit galt von daher dem Beitrag des mongolischen Botschafters, der die aktuelle Situation einordnete und die Bedeutung verlässlicher Partnerschaften betonte. Nüchtern, ohne Pathos. In Zeiten geopolitischer Verschiebungen ist dieser Ton nicht selbstverständlich.

Das Rahmenprogramm zeigte, was solche Treffen oft erst tragfähig macht: Gespräche abseits der Tagesordnung, gemeinsames Essen, Stadtrundgänge. Villa Hügel und Zeche Zollverein, einem UNESCO Weltkulturerbe, standen dabei nicht nur für Vergangenheit, sondern für den strukturellen Wandel einer Region, die gelernt hat, mit dem Ende des Bergbaus umzugehen.

Den Schlusspunkt setzte ein Moment, der mehr verband als erklärte Absichten: Der Ruhrkohle Chor, gemeinsam singend mit dem mongolischen Botschafter und der Präsidentin der Gesellschaft. Das Bergmannslied „Glück auf der Steiger kommt“ das sowohl in Sachsen als auch im Ruhrgebiet – getragen von Stimmen aus unterschiedlichen Biografien, verbunden durch eine gemeinsame bergbauliche Geschichte, wenn auch unter sehr verschiedenen Bedingungen.

Der Blick richtet sich nun nach Berlin. Dort soll 2026 die nächste Jahrestagung stattfinden. Entscheidend bleibt, was Essen gezeigt hat: Austausch gewinnt dort an Tiefe, wo er historische Unterschiede nicht verdeckt – sondern produktiv macht.

Diese Seite befindet sich derzeit noch im Aufbau