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„Krieg oder Frieden“ – Deutschland zwischen Eskalation, Sicherheitsrealismus und politischer Verantwortung

Der Titel enthält eine Kurzfassung des Inhalts. Die vollständige Langversion finden Sie nachstehend. Sie ist in Kapitel mit einzelnen Fragen gegliedert und kann über die Kapitelübersicht gezielt angesteuert werden.

Das Buch „Krieg oder Frieden – Deutschland vor der Entscheidung“ von Erich Vad und Klaus von Dohnanyi hat eine sicherheitspolitische Diskussion ausgelöst, die über tagespolitische Schlagzeilen hinausgeht. Im Rahmen der begleitenden Veranstaltung des Westend Verlags diskutiert der stellvertretende Vorsitzende der Eurasien-Gesellschaft e. V., Dr. Alexander Neu, mit dem Mitautor Erich Vad die zentralen sicherheitspolitischen und geopolitischen Fragen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine und dessen Folgen für Europa. Im begleitenden Gespräch treffen der Autor Erich Vad und der Moderator Dr. Alexander Neu aufeinander, um die zentralen sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit zu diskutieren — jenseits von Zuspitzung und Alarmrhetorik, mit dem Anspruch auf Einordnung und Verantwortung.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur aktuelle Konflikte, sondern die grundsätzliche Frage, wie Deutschland und Europa ihre Rolle zwischen Abschreckung, Diplomatie und geopolitischer Neuordnung definieren wollen.

Erich Vad ist Brigadegeneral a. D. und war von 2006 bis 2013 militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel. In dieser Funktion war er direkt in die sicherheitspolitische Entscheidungsfindung der Bundesregierung eingebunden, unter anderem in Fragen der NATO-Strategie, der transatlantischen Beziehungen, der Rüstungskontrolle, des Afghanistan-Einsatzes und der Beziehungen zu Russland. Er stand im regelmäßigen Austausch mit NATO-Partnern, US-Vertretern und russischen Militär- und Sicherheitsexperten in offiziellen Dialogformaten. Er kennt die sicherheitspolitischen Denkweisen aller Seiten aus eigener Erfahrung

Moderator des Abends ist Dr. Alexander Neu, stellvertretender Vorsitzender der Eurasien-Gesellschaft e. V. und langjähriger Beobachter der Beziehungen zwischen Europa, Russland und dem eurasischen Raum. Er beschäftigt sich mit Russland nicht, um russische Politik zu rechtfertigen oder schönzureden, sondern um sie einzuordnen und verständlich zu machen. Sein Fokus liegt auf geopolitischen Zusammenhängen, Sicherheitsarchitekturen und den politischen Folgen von Blockbildung.

Worum es in dem Buch geht

Das Buch ist kein Plädoyer für eine Seite und kein moralisches Urteil. Es ist ein Versuch, die zunehmende Kluft zwischen politischer Rhetorik und sicherheitspolitischer Realität sichtbar zu machen. Es stellt die Frage, ob Deutschland und Europa ihre sicherheitspolitische Rolle aktiv gestalten oder sich in eine Logik permanenter Eskalation treiben lassen.

Zentrale Themen des Gesprächs

Diskutiert werden unter anderem die Rückkehr der Wehrpflicht und die Frage, ob Gesellschaft und Politik auf einen dauerhaften sicherheitspolitischen Ausnahmezustand vorbereitet sind. Ebenso geht es um die Rolle der USA und die strukturelle Abhängigkeit europäischer Sicherheitsentscheidungen von amerikanischen Interessen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wachsenden Bedeutung von Spionage, Cyberoperationen und hybrider Kriegsführung als neue Normalität unterhalb der klassischen Kriegsschwelle

Ein zentrales Spannungsfeld bildet der Widerspruch zwischen der permanenten Warnung vor einer russischen Angriffslage und dem gleichzeitigen Fehlen ernsthafter diplomatischer Initiativen, die genau diese Eskalation verhindern könnten.

Die sicherheitspolitische Perspektive

Erich Vad beschreibt aus seiner Erfahrung, dass stabile Sicherheitsordnungen nicht aus moralischer Überlegenheit entstehen, sondern aus klaren Interessenlagen, verlässlicher Kommunikation und der Fähigkeit, auch mit Gegnern verhandlungsfähig zu bleiben. Sicherheit entsteht nicht durch das bloße Aufrüsten, sondern durch berechenbare Strukturen und funktionierende Gesprächskanäle

Die geopolitische Einordnung

Dr. Alexander Neu ordnet diese Überlegungen in den größeren Zusammenhang einer sich verändernden Weltordnung ein. Er beschreibt den Übergang von einer westlich dominierten Ordnung zu einer multipolaren Welt und die wachsenden Risiken, die entstehen, wenn Dialogformate abgebaut und politische Gegensätze nur noch militärisch gedacht werden.

Warum dieses Gespräch jetzt wichtig ist
Das Gespräch will keine einfachen Antworten liefern. Es will die politische Debatte aus der Logik der Erregung zurück in die Logik der Verantwortung führen. Es richtet sich an ein Publikum, das verstehen will, welche Entscheidungen heute getroffen werden — und welche Folgen sie morgen haben. Es ist eine Einladung, über Sicherheit nicht nur als militärische Frage zu sprechen, sondern als politische, gesellschaftliche und europäische Aufgabe.

„Krieg oder Frieden – Deutschland vor der Entscheidung“
erschienen im Westend Verlag
144 seiten, € 20
ISBN 9783987913365
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